Pfandbrief

Der Pfandbrief gilt als relativ sichere Geldanlage, denn ihre Kapitaldeckung beruht auf Immobilien und Grundstücken. Ausgegeben werden die Papiere von Hypothekenbanken, einigen öffentlich-rechtlichen Emittenten und von Schiffsbanken. Das Hauptgeschäftsfeld der Hypothekenbanken erstreckt sich auf der Beleihung von Immobilien. So erwerben die Institute Hypothekenrechte, auf deren Basis sie die Pfandbriefe ausgeben und den Gemeinden, den Ländern und dem Bund Kredite gewähren können.

Historisch gehen Pfandbriefe auf Preußenkönig Friedrich II. zurück. Als Folge der schlesischen Kriege gründete Friedrich der Große 1770 die „Schlesische Landschaft“, eine Pfandbriefbank mit Sitz in Breslau. Diese Generallandschaftskasse sollte dem kriegsgeschädigten Grundbesitzeradel zinsgünstige Kredite vermitteln.

Pfandbrief – die Sicherheitsregeln

Die besonderen Sicherheitsregeln für Pfandbriefe gehen auf das Hypothekenbankgesetz von 1899 zurück, welches ein Deckungsprinzip und ein Kongruenzprinzip für Pfandbriefe festschreibt: Das Deckungsprinzip schreibt vor, dass der voll umfängliche Wert aller umlaufenden Pfandbriefe vom mindestens gleichen Zinsbetrag vollständig gedeckt sein muss.

Dabei darf der Gesamtbetrag der umlaufenden Pfandbriefe nicht das 60-Fache des eingelegten gesellschaftlichen Grundkapitals übersteigen. Eine weitere Anforderung an die Hypothekenbanken regelt die Laufzeiten: Die Laufzeiten der Kredite und der ausgereichten Pfandbriefe müssen übereinstimmen. Das nennt man Laufzeitkongruenz.

Das Befriedungsvorrecht

Das Hypothekenbankgesetz schreibt ein Vorrecht der Pfandbriefgläubiger vor allen anderen Gläubigern einer Hypothekenbank fest, sollte sie in Konkurs gehen müssen. Dieses sogenannte Befriedungsvorrecht orientiert sich an den im Deckungsregister eingeschriebenen Werten. Ein solcher Konkurs ist seit mehr als 110 Jahren nicht mehr eingetreten – ein Beweis für die gute Bonität der Pfandbrief-Herausgeber.

Jumbo-Pfandbriefe

Sogenannte Jumbo-Pfandbriefe sind Sonderformen, die standardisierten Ausgabebedingungen unterliegen. Sie müssen beispielsweise ein Mindestausgabevolumen von 1 Milliarde Euro aufweisen. Zusätzlich müssen drei verschiedene Marktpfleger den institutionellen Marktteilnehmern verbindliche Auskünfte zu Brief- und Geldkursen erteilen können. Den Rahmen dafür bilden die festgelegten Differenzen zwischen den Ankaufskursen und den Verkaufskursen.